Selbstmanagement für Führungskräfte: Der strategische Umgang mit sich selbst

Menschen in Managementpositionen, ob angestellt oder selbständig, in staatlichen, privatwirtschaftlichen oder auch gemeinnützigen Organisationen, haben bei dem Selbstmanagement ihres Lebens offensichtlich etwas richtig gemacht. Sie managen ihr Berufsleben offenbar erfolgreich – denn nur so haben sie Ihre heutige Position erreichen können. Wie beschwerlich oder geradezu selbstläuferisch sich der Weg dorthin gestaltet hat, steht auf einem anderen Blatt.Manager legen gerne einen Fokus auf die neuesten Managementtechniken zur Lösung Ihrer fachlichen Aufgaben. Zum Wohle der Unternehmung wie es scheint, doch rückt dabei das Management der eigenen Person leicht und unscheinbar in den Hintergrund. Solch ein „Selbstmanagement“ umfasst dabei weit mehr als die reine Selbstorganisation oder das Zeitmanagement anhand professioneller Methoden, welche beide hauptsächlich auf eine Verbesserung der eigenen Effizienz abzielen. Das integrierte Selbstmanagement besteht neben der vorgenannten operativen Ebene aus Fragen nach den Werten und dem Sinn sowie den richtigen Zielen und Schritten unseres täglichen Handelns.

Wehmeier geht soweit, das Selbstmanagement als „…das Hinarbeiten auf eine optimale Integration der emotionalen, geistigen, intellektuellen und körperlichen Lebensweise in jeder Phase des Lebens“ zu definieren.

Eine im Harvard Business Manager 03/2011 unter dem Titel „Das Ego überwinden“ veröffentlichte Untersuchung hat jetzt beleuchtet, wie Manager sich nicht selten selbst im Wege stehen, eine bessere Führungskraft und -persönlichkeit zu werden. Die These, dass moderne Führungskräfte demnach ihre Entwicklung schwieriger gestalten als es sein müsste, wurde anhand einer umfassenden Beobachtung belegt. Erkennbar wurde ein Muster, welches eben nicht das Effizienzmanagement als Engpass zeigt, sondern vielmehr Herausforderungen in den Mittelpunkt stellt, die emotional bzw. durch eigene Wertvorstellungen getrieben sind.

So wurden folgende fünf zentrale Fehler identifiziert:

  • Fokussierung und Überbetonung der eigenen Ziele gegenüber den Zielen der Mitarbeiter und der Organisation
  • Übermäßige Sorge um das eigene Image und Besetzen von definierten Rollen, um dem eigenen Selbstbild gerecht zu werden
  • Vorschnelles negatives Urteilen über Mitarbeiter und Kollegen mit konträren Absichten und respektloser Umgang miteinander
  • Eigenständiges Angehen von Aufgaben und Herausforderungen ohne Rat und Unterstützung von ausgewählten Vertrauenspersonen
  • Zu große Zurückhaltung und Warten auf formelle Zustimmung vor Inangriffnahme von Veränderungen

Der fokussierte Effizienzgedanke treibt Führungskräfte dazu an, den Arbeitstag zu stark zu verdichten, sich an den verschiedenen Orten und während der Reise auf vielfältige Fach- und Führungsaufgaben zu konzentrieren. Sie verlieren dabei leicht die innere Distanz zu ihrem Tun und die Fähigkeit, sich selbst zu reflektieren.

Eigenes Fehlverhalten und Schwächen im Selbstmanagement können durch regelmäßige Selbstreflektion und Gespräche mit Vertrauenspersonen identifiziert und bearbeitet werden. Aber ebenso wie bei strategischen Zielen und Projekten des Unternehmens gilt es sich auch hierbei auf wenige Themen zu konzentrieren, sich darüber hinaus die eigenen Stärken bewusst zu machen und weiter darauf aufzubauen.

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